Rocco und die Lanze der Männer
- Rocco
- vor 2 Tagen
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Rocco und die Lanze der Männer
Als knallharter Klubbetreiber süditalienischer Abstammung mit strahlend blauen Augen, einem Lächeln, das BHs platzen lässt, und einem Charme, der für feuchtwarme Innenschenkel sorgt, hat man es nicht leicht in den letzten Jahren.
Beim ständigen medialen Kampf gegen das Patriarchat und dem gebetsmühlenartigen Predigen über Gleichstellung der Geschlechter haben einige Männer das Gefühl, zu einer Randgruppe degradiert zu werden.
Das Fehlverhalten von chauvinistischen Arschlöchern anzuprangern, gehört mittlerweile zum guten Ton.
Nicht nur im politischen Diskurs, wenn es um „kleine Paschas“ geht – natürlich hart unterstützt von Late-Night-Talkshows, in denen noch keiner eine Lanz für die Männerwelt gebrochen hat (muahhaha, Hammer-Wortspiel, sorry, der musste sein) – sondern auch im Cabaret und in der Satire werden Männer regelmäßig zu frauenbespuckenden Patriarchen mit Ödipuskomplex stigmatisiert.
Ich bin ja gerne einer, der alle möglichen Statistiken heranzieht und so lange mit ihnen jongliert, bis sie für meine Zwecke schlüssig sind – getreu dem Motto: „Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.“
Aber in diesem Fall: Scheiß auf Statistik.
Halten wir fest:
Männer sind per se frauenverachtende Arschlöcher, die zum größten Teil bis zu ihrer Midlife-Crisis (Pubertät 2.0) am Nabel der eigenen Mutter hängen, dabei nie verkraftet haben, dass diese ein sexuelles Wesen ist, und bereits im Mutterleib chronischen Penisneid entwickelt haben, weil man wegen einem übermächtigen, fast schon aggressiven phallusartigen Rammbock Angst vor Verdrängung und Konkurrenz entwickelt.
Spätestens als Baby – beim Wickeln oder was weiß ich – stellt Mann fest, dass alles Phallusartige größer war als der eigene Pimmel.
Da entsteht unterbewusst ein permanenter Minderwertigkeitskomplex, der einen ausgeprägten Geltungsdrang mit sich zieht.
So in etwa wird Mann heutzutage im öffentlichen Diskurs dargestellt.
Naja. Was soll ich sagen.
Es stimmt.
Allerdings nur bei einem geringen Prozentsatz.
Natürlich gibt es die Spezies Homo Verkaptus, darum muss ich meine toxische Männlichkeit in die Welt posaunen.
Jene Toxiker, die mit ihrem Schwanz Hubschrauber spielen und es für Kommunikation halten.
Die sind laut.
Die fallen auf.
Aber sie sind nicht die Mehrheit.
Die meisten Männer sind die, die nicht schreien, die nicht grölen, die nicht beleidigen, weil ihnen ihr Peniskomplex wie ein kaputter Beifahrer ins Hirn quatscht.
Sie sind anständig, respektvoll – nicht Mr. Perfekt, aber Lichtjahre entfernt vom prolligen Trottel, dessen ganze Identität aus einer fetten Karre und einem gephotoshopten Schwanzbild besteht und der keinen Unterschied macht zwischen einer Frau und den Endtöpfen seiner Proletenkutsche.
Sie fallen nur nicht auf.
Sie laufen quasi so mit und werden gar nicht mehr als Mann gesehen.
„Ja, du bist ja was anderes.“
Nein, ich bin nichts anderes. Ich bin ein Mann.
Nur der Typ, der dich scheiße behandelt und beleidigt, ist lauter und wird wahrgenommen.
Die Männer, die cool sind, anständig. Die gibt es aber. Sie sind leise. Werden extrem oft mit Vorurteilen abgestempelt und auf den Müllhaufen der Chauvinisten geworfen.
Und nachdem sich diese toxische Männlichkeit – wie es neudeutsch so schön heißt; früher hießen sie einfach Arschloch – durch alle Gesellschaftsschichten und Ethnien zieht, erscheint es anscheinend so, dass alle Männer so sind.
Ich denke allerdings (jetzt wird’s völlig absurd):
Das ist Evolution. Sie testet einfach unterschiedliche Formen männlicher Ausprägung und siebt aus.
Das heißt im Umkehrschluss:
Fickt diese Idioten einfach nicht, dann sterben sie aus.
Aber ernsthaft:
Auch wenn sich das oft anders darstellt – es sind die Männer, die nicht mit dem Schwanz in der Hand vor die Kameralinse treten, die Beachtung bekommen sollten.
Kindheitspädagogisch gesprochen:
Sagt doch den Buben nicht, was sie nicht machen sollen.
Zeigt ihnen, was sie machen sollen.
Braver Bub → Leckerli.
So in etwa.
Es sind nicht die Männer.
Es sind ein paar Männer, die in ihren Ansichten einfach noch ein paar Jahrhunderte hinten nach sind.
Doch die meisten sind gute Jungs. Natürlich mit Ecken, Kanten, Macken, Fehlern oder einem nicht-schlaffwerdenden Riesendödel wie bei mir.
Aber im Kern viel mehr frauenverehrende als frauenverachtende Männer.
Vielleicht will ich mir das nur einreden.
Vielleicht will ich aber auch, dass es wahr ist.
Nicht für mich.
Um mich zu rechtfertigen oder in Schutz zu nehmen.
Mein Ego ist mindestens genauso knallhart und gewaltig wie mein Genital.
Nein, viel mehr für die vielen wundervollen Frauen da draußen. Die häufig fast schon verzweifelt und resigniert erscheinen ob der Aussichtslosigkeit.
Vielleicht auch für meine Tochter. Die natürlich ihre schlechten und schmerzhaften Erfahrungen machen wird, muss.
Sich aber im festen Glauben daran, dass es tolle Männer gibt, nicht mit so einem Arsch zufriedengeben soll oder resignativ akzeptiert, dass alle Männer so sind, und diesem Verhalten damit vielleicht sogar eine Existenzberechtigung gibt.
Und nein, das ist nicht die Lieber-Papa-Nummer.
Sondern ganz egoistischer Selbstschutz. Ich bin friedliebend, harmoniebedürftig und pazifistisch.
Sollte meine Tochter bei einem dieser Kollegen landen, muss ich ihn leider foltern. Quälen. Nicht töten. Aber fast.
Und dann …
Gerichtsprozess, Schmerzensgeld, Flucht oder Gefängnis.
Ergo:
kein Le Swing mehr.
Und das kann keiner wollen.
In diesem Sinne:
Jungs, zeigt euch.
Ja, wirklich – traut euch mal, laut zu sein, ohne dass gleich der Peniskomplex Alarm schlägt.
Zeigt, dass die Arschlöcher nur ein paar dumme Exemplare sind.
Sprecht aus, dass sie scheiße sind.
Prangert Sexismus an, sonst glaubt am Ende noch jemand, wir stehen auf sowas.
Schaut nicht weg, verdammt noch mal! Wenn Frauen bedrängt, belästigt oder diskriminiert werden, schreitet ein. Denn es könnte eure Tochter, eure Schwester, eure Mutter sein.
Lasst uns das Nicht-Sichtbare sichtbar machen. Um wahrgenommen zu werden.
Das nennt man Courage.
Denn wenn wir die nicht zeigen, dann sind wir nicht besser als die, die wir gerade anprangern.
Wir müssen Frauen nicht beschützen. Wir müssen sie hochhalten. Denn sie entscheiden, wie es mit der Evolution weiter geht.
Also immer schön in die Kamera lächeln, nicht wichsen und lieb sein.
Damit die Vollhonks nicht uns alle in Verruf bringen.
Und die Evolution wird’s dann schon richten. Hoffe ich.
Und besucht uns gefälligst!
bevor ich wegen dem Typen, auf den meine Tochter zurzeit steht, evtl. einfahre.



Mein lieber Rocco, ich mochte Dich schon zuvor. Ebenso ist mir schon zuvor aufgefallen, dass Du entgegen Deiner rassigen mit Temperament gefüllte südländische Erscheinung, nicht nur unwiderstehlich bist, sondern auch noch über Emphatie verfügst. Da kann ich nicht in allen Attributen mithalten, dennoch habe ich schon so manche Schnittmenge in unseren Wahrnehmungen entdeckt. Dein "neue" Evaluation der Männer und ihr Verhältnis zu ihrem Wurmfortsatz, sowie dessen virusartigen Auswirkungen auf die Ratio und Respektösen Werte,....Ist......Ist.... Der Hammer! Rocco!!!...Du überforderst mich!!! Ich weiss nicht, ob ich mich anhand diesem Fussabruck jemals wieder als richtiger Mann fühlen werde (😉) , auf jeden Fall bin ich froh, keine Frau zu sein.... Wie sollte ich Dir widerstehen 😳🤷♂️🤒?
Ich mag Dich 😃. Bekommst ne 🌻…